Hochzeiten mit Pannen – „Wisst’s was, das wird heut nix“

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Wo könnte es mehr „menscheln“ als beim Thema Hochzeiten? Und so ist es kein Wunder, dass Standesbeamte und Priester von ungewöhnlichen und lustigen Begebenheiten rund um den angeblich schönsten Tag im Leben berichten können.

Laut dem südburgenländischen Standesbeamten Gilbert Lang kommt es nicht vor, dass jemand während der Trauung „Nein“ sagt, wie im Film. Er erinnerte sich jedoch an eine Begebenheit bei einer standesamtlichen Trauung in einem Schloss: „Vorne steht der Bräutigam, dann die ganzen Hochzeitsgäste. Die Braut kommt mit der Trauzeugin, bleibt in der Tür stehen und geht nicht nach vor zum Standesbeamten. Die beiden tuscheln. Dann ist die Braut vorgegangen und sagt: ‚Wisst’s was, das wird heut nix‘ – dreht sich um und geht.“

Ja, ich will!

Eine Braut, die sich besonders auf die Hochzeit mit einem Weinbauern freute, konnte gar nicht an sich halten: Als er mit der Begrüßung begann und eine kleine Ansprache halten wollte, sagte die Braut sofort „Ja, Ja“. Darauf habe er ihr erklärt: „Das ist noch nicht das ‚Ja‘-Wort, warten’s noch ein bisschen.“ Als er den Bräutigam fragte, ob er sie heiraten wolle, sagte sie schon wieder „Ja, Ja“. Schließlich war dann doch der passende Moment gekommen, den die junge Frau freudestrahlend nutzte.

Junges Eheglück

Ein anderes Mal kam ein Paar in Langs Büro, das heiraten wollte. Die Frau hatte einen deutschen Akzent, der Mann war ein Polizist aus Graz – und sie kannten sich „nicht ganz eine Woche“. Die beiden hatten sich kennengelernt, als der Mann ein Strafmandat ausstellte und sich die Touristin darüber aufregte.

Beide setzten das Streitgespräch nach Dienstschluss bei einem Kaffee fort und fanden sich schließlich sympathisch. Die Antwort des Mannes auf die anfängliche Skepsis des Standesbeamten: „Er sagte: ‚Sie können zehn Jahre zusammen sein und es kann nicht funktionieren oder eine Woche – und es funktioniert.‘ Inzwischen haben sie schon ein Haus gebaut und sind seit Jahren glücklich verheiratet – also hat alles gepasst.“

Doch nicht immer ist ein junges Eheglück von Dauer: Ein Burgenländer flog mit seiner frisch angetrauten Frau auf Hochzeitsreise. Im Hotel angekommen, checkte das Paar ein. „Dort kommt der Golflehrer heraus – die Braut zieht zum ihm und der Bräutigam ist mit dem gleichen Flieger wieder zurück.“

Halloween- und Vogelhochzeiten

Vor rund sechs Jahren fand am Standesamt Innsbruck eine „Vogelhochzeit“ statt, bei der das Brautpaar sowie die rund 60-köpfige Hochzeitsgesellschaft allesamt in entsprechenden Kostümen angetreten waren. „Das war sehr originell. Ich habe aber darauf bestanden, dass das Brautpaar unbedingt erkennbar sein muss“, betonte Markus Tilly.

Für Aufsehen sorgte dort auch die erste Halloween-Hochzeit im Jahr 2013. Er habe aber von Anfang an klargemacht, dass es sich um keinen Spaß, sondern um eine ernste Angelegenheit handle. Zudem habe das Brautpaar den Wunsch geäußert, sich die beiden Eheringe im Trausaal tätowieren lassen zu können. Dabei habe er aber „nicht mitgespielt“.

Handy, Handschellen & ein paar Schlumpfmützen

Den Standesbeamten im Trauungssaal des Grazer Rathauses ist ebenfalls nichts Menschliches fremd, wenn es um den Bund fürs Leben geht: In einem Fall läutete während der Zeremonie das Handy des Bräutigams, erzählte die interimistische Leiterin des Amts für Familienangelegenheiten, Doris Wiedner. Dieser ging sogar ans Telefon, die Reaktion der Braut ist nicht überliefert… „Wir haben nachher gescherzt, dass es hoffentlich nicht die Freundin war.“

In einer anderen Zeremonie hatte das Paar neben den Ringen auch Handschellen dabei, um sich aneinander zu ketten. Fatalerweise vergaß man aber auf den Schlüssel und musste mit den „Achtern“ am Handgelenk aus dem Rathaus treten. Ein weiteres Paar, das sich beim Gassigehen mit den Hunden kennengelernt hatte, verpflichtete die Vierbeiner als inoffizielle Trauzeugen. Eine Hochzeitsgesellschaft kam mit Schlumpfmützen, auch eine für den Standesbeamten war dabei – dieser spielte mit, bei der Konsenserklärung nahm er sie aber ab – der Würde der Situation angemessen.

 

(APA)

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